Samstag, 7. Juli 2012

Maria Goretti



(Erstmal sorry, daß es so lang dauerte...)

Maria Goretti ist eine der jüngsten Heiligen - und das in zweierlei Maß: Sie starb mit elf Jahren und sie wurde 1950 heilig gesprochen - in Anwesenheit ihrer eigenen Mutter! Wie viele Mütter können schon von sich behaupten, die Heiligsprechung ihres eigenen Kindes mitzubekommen?

Jedoch ist der Hintergrund dazu ein sehr tragischer: Ein Junge aus der Umgebung, Alessandro, machte ihr Avancen, die sie ablehnte. Das ließ der Junge nicht auf sich sitzen und brachte Maria grausam um - mit vierzehn Messerstichen.

So tragisch das ist, könnte man sich fragen, ob Korbgeben ein guter Grund zur Heiligsprechung ist. Nun, zwei Dinge sollte man dazu anmerken: Erstens hat Maria Goretti nicht gesagt "Näh, du bist häßlich" oder "Laß uns Freunde bleiben", sondern klar gemacht, daß sie ihre Reinheit für Christus bewahren will. Man kann sie also als Märtyrerin der Reinheit bezeichnen, weshalb sie auch Schutzpatronin der marianischen Kongregationen ist.

Zum zweiten ist zu sagen: Das Wirken der Heiligen endet nicht mit ihrem Dahinscheiden. So sind sie Fürsprecher beim Herrn etc. - und im Fall von Maria Goretti erschien sie Alessandro, der seine Strafe im Zuchthaus abbüßte. Sie schenkte ihm Blumen und führte ihn so zu einer ehrlichen Reue. Nach seiner Entlassung wurde er ein Laienbruder im Kapuzinerorden.

Was ich an der Geschichte mag ist, daß man daran sieht, daß die Heiligen das Leben der Menschen, auch der "bösen" verändern können. In Zeiten, in denen manchmal die halbe Welt zu spinnen scheint, ist das nicht nur ein guter Grund zur Hoffnung, sondern auch ein Grund, sich verstärkt an die Heiligen zu wenden. Heilige Maria Goretti, bitte für alle Menschen unserer Zeit!

Sonntag, 24. Juni 2012

Johannes der Täufer



Der Heilige dieser Woche ist Johannes der Täufer. Wenn ihr es euch irgendwie einrichten könnt, Heuschrecken zu essen - frittiert schmecken sie ziemlich lecker.

Ich glaube, einem Christ von Johannes dem Täufer zu erzählen ist, als würde man einem Nethack-spieler von Rogue erzählen. "Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war." Natürlich deutet das auf die Überzeitlichkeit von Christus hin, und hier beginnt der Vergleich zu hinken - aber egal!

Reden wir doch lieber von Johannes. ER, der letzte Prophet des Alten Bundes, der wiedergekehrte Elijah (weshalb man im Hintergrund einen Wagen mit flammenden Rädern himmelwärts ziehen sieht!). Er weist auf Christus hin, auf das Lamm (Ecce Agnus Dei!) und bereitete die Taufe vor ("Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.") - eine Vorbereitung, die essentiell war, wie man daran sah, daß Christus selbst sich taufen ließ. Man kann an dieser Stelle viel über den Wert der Taufe nachdenken. Man kann sich klar machen, daß diese eine kleine Neuschöpfung bedeutet. Mir fallen hier zwei Schriftstellen ein. Zum einen die Sintflut, in der die Sünde von der Welt gespült wurde und zum zweiten, zum viel wichtigeren Zweiten "die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. " - In der Taufe wurden wir Christen neu geschaffen. Deshalb ist diese Taufe auch EINE.

Als exotische eigene Religionsrichtung seien übrigens die Mandäer, die in Johannes eine wichtige Person ihrer Religion ansehen - Jesus jedoch als falschen Propheten ("Zuviel in irgendwelchen gnostischen Schriften gelesen!?" mag man ihnen vorwerfen). Aber das nur so nebenbei.

Johannes selbst kann man einerseits als einen Urvater der Eremiten betrachten. Er lebte in der Wüste, ernährte sich, wie oben angedeutet, von Heuschrecken und wildem Honig. Zum zweiten kann man ihn als einen Protomärtyrer sehen, starb er doch letztlich für den Glauben (übrigens eine schöne Geschichte, die zeigt, wie in Zeiten der Frauenunterdrückung die Frauen die Männer in der Hand hatten...). Ihm wurde der Kopf abgeschlagen und dieser auf einer Schale der Stieftochter des Herodes gebracht (Früher gab es keine Geldscheine, weshalb man Gogo-Tänzerinnen nicht einfach etwas Kleingeld irgendwo hinstecken konnte) - weshalb man auch den Kopf auf einer Schale sieht. Übrigens scheint Flavius Josephus diese Hinrichtung als ein Zeichen für den Niedergang des jüdischen Herrscherhauses zu sehen.

Die Legenda Aurea bezeichnet Johannes als einen Engel, analog dazu stellt ostkirchliche Ikonigraphie (und wir!) ihn oft mit Flüglen dar. Woher kommt das? Nun, Johannes ist der, über den der Herr von Maleachi verkünden läßt: "Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. " - Boten werden oft als die Boten Gottes, d.h. Engel gesehen.

Interessant ist zu betonen, daß Johannes einer der wenigen ist, dessen Geburt wir gedenken. Die Vorreiterrolle wurde früher als so wichtig gesehen, daß man die Geburt des Johannes quasi als kleines Sommerliches Weihnachtsfest feierte, mit kleiner Adventszeit! Im Mittelalter gab es sogar am 24. September ein Fest der Empfängnis des Johannes. In der Ostkirche wird diesem noch am 23. September gedacht, bei uns hat die Liturgiereform nach den Konzilswirren von Trient (Sorry, ich wollte mal traditionalistischer sein als es die SSPV erlaubt) dieses Fest leider gestrichen.

Am 24.Juni wird, wenn Johannes dem Täufer gedacht wird, die kosmische Dimension des Christentums betont, dementsprechend wurden die Sonnenwendfeiern christianisiert: So, wie die Tage von der Sonnenwende ab kürzer werden, bereiten sie Platz für das wahre Licht, Christus. Johannes sagte "Er muß wachsen, ich aber muß kleiner werden". - Und so werden die Tage kleiner, und die Erwartung der Geburt Christi größer.

Johannes ist für vielerlei Dinge Patron, ich erwähne hier nur ein paar Dinge: Wenn ihr euch ein Heimkino anschafft oder einen töften Kinoabend mit Freunden organisiert, könnt ihr ihn, als den Schutzpatron der Kinoinhaber um Hilfe anflehen. Genauso die Musiker, Sänger und Tänzer, und gottlob ist er auch ein Patron, den man gegen schlimme Widerfahrnisse wie Tanzwut anrufen kann. Äh, gegen Tanzwut.

Sonntag, 17. Juni 2012

St. Margaretha von Antiochien




Diese Woche widmen wir uns einer der Nothelferinnen, der drei heiligen Madln oder auch der vier Virgines Capitales, der Heiligen Margaretha von Antiochien. Sie lebte, wie der Name vermuten läßt in Antiochien, wo sie 305 gestorben sein soll.

Um ihr Leben und sterben ranken sich einige Legenden, die sich auf geile Lüstlinge, eine standhafte, hübsche Jungfrau und auf einen Märtyrertod subsumieren lassen. So soll sie Tochter eines heidnischen Preisters gewesen sein, die von der christlichen Amme eben christlich erzogen wurde. Das fand der heidnische Vater nicht so gut, übergab sie dem Stadtpräfekten, der ihr Avancen machte und auf einen Korb ihrerseits sie grausam folterte. Sie soll diese Foltern jedoch unverletzt überstanden haben, wodurch sich viele begeisterte Menschen offen zu Gott bekannten - und ihrerseits dann geköpft wurden. Bevor sie enthauptet wurde, betete sie für ihre Feinde und für alle, die ihr Gedächtnis anrufen würden, vor allem Gebärende. Warum für Gebärende? Nun, die Legende weiß Antowort, wurde sie doch (nicht hier dargestellt, soo gut bin ich nicht) lt dieser unversehrt aus dem Leib eines Drachen befreit - Katholische Patronizien, ick liebe Euch.

In der Ikonographie wird sie oft mit dem Teufel in Ketten dargestellt, in Analogie zum Heiligen Georg (und damit in Analogie zum Heiligen Erzengel Michael). Die Legende setzt Margaretha auch mit der vom Heiligen Georg befreiten Königstochter gleich, weshalb er ("zufälligerweise" der Michaelsgestalt ähnlich sehend) auch im Hintergrund dargestellt ist. Sie jedoch besiegt den Teufel nicht mit dem Schwert, sondern hält ihn mit dem Kreuz in Schach oder legt ihn damit in Ketten.

Man sieht, wie sich aus den Schädeln der Enthaupteten die Seelen der auch als Märtyrer verstorbenen erheben, während der Teufel mit einer Kette aus Totenschädeln am Ewigen Feuer angekettet ist.

Daß die werte Dame ein Beispiel an Bekennertum ist, ist klar. Vielleicht kann man sich ihrer in Zeiten, in denen es bspw. in China Gebärenden Frauen nicht an den Kragen, aber an die Leibesfrucht geht, ihrer Gedenken.

Vielleicht stell ich als "Sonderbild" mal die Heiligen Mädchen und die Nothelfer dar, aber eines nach dem anderen, ne?

Freitag, 15. Juni 2012

Upcoming relaunch


Da ich von ein paar Seiten hörte, daß ich diese Seite weiter fortsetzen soll, plane ich einen Relaunch. Ich werde wieder ein paar Comics basteln, jedoch nicht einen Heiligen pro Tag - dazu reicht mein Atem nicht aus. Ich werde mir für die jeweils kommende Woche einen Heiligen rauspicken. Und da die Welt interaktiv ist und IHR das Volk seid, TA-DAAAH! MITSPRACHERECHT! Man kann also in den Kommentaren Heilige vorschlagen. Die letzte Wahl obliegt dann zwar mir, aber wir sind ja auch kein Demokratenverein hier.

Samstag, 2. Oktober 2010

die Hl. Schutzengel




An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die werten Engel für all die Hilfe! Und daß sie uns 24/7 aushalten müssen!

Oh, und Happy Birthday, dear Opus Dei.

Freitag, 1. Oktober 2010

Hl. Therese vom Kinde Jesu



Die Heilige Therese von Lisieux ist die jüngste Kirchenlehrerin, und, soweit ich das sehe, in verschiedenster Hinsicht: erstens: sie verstarb recht jung (gerademal 24 Jahre alt), zweitens lebte sie im 19. Jahrhundert.

Therese von Lisieux sollte eigentlich jedem Katholiken ein Begriff sein; die junge Frau, die sich heiter für das Karmelitentum entschied, sehr viel Leiden aufopferte und vor dem Herrn ein Leben "mit leeren Händen" führte. Sie propagierte den "kleinen Weg der Liebe", daß sie Gott und die Mitmenschen mit kleinen Gesten im Alltag Liebe entgegenbrachte. Das nannte sie in einer Schrift mal den "Fahrstuhl zu Gott", daß man durch diese kleinen Aufopferungen eben schnell heilig wird.

Das ist, wenn man ihr Leben betrachtet, leichter gesagt, als getan; so hatte sie Probleme mit mitschwestern, erlebte Zeiten der Gottesverlassenheit, bekam mit, wie ihr Vater immer mehr abbaute und erlag schließlich einem schweren Tuberkoloseleiden.

Trotz aller Widerfahrnisse starb sie mit den Worten "Mein Gott, ich liebe Dich!". Sie versprach, nach dem Tod es "Rosen regnen zu lassen" und wollte die Zeit im Himmel damit verbringen, gutes auf Erden zu tun. Dementsprechend ist sie eine Patronin für alle möglichen Anliegen und man darf sie sich ruhig recht rührig im Himmel vorstellen.

Eine kleine Anekdote dazu: Meine Mutter war nie die eifrigste Katholikin, aber zu Zeiten ihres Studiums hat sie eifrig in einer Kirche Kerzen für eine Heilige angezündet, die sie gar nicht genauer kannte - mein Opa nannte das dann immer "die Heiligen bestechen gehen". Fest steht, daß die Kerzen ihren Sinn nicht verfehlten; meine Mutter schloß ihr Studium sehr gut ab und wurde eine gute, eifrige Lehrerin. Sie sagte mir später, daß die Heilige "irgendwas mit Lisieux hieß" ;) Na, da können einige Schüler im Latein- und Französisch-unterricht der Hl. Therese vom Kinde Jesu nur danken :)

Donnerstag, 30. September 2010

St. Hieronymus



So, der Hl. Hieronymus, mit Totenkopf als Zeichen der Vergänglichkeit, am Schreiben der Vulgata, während ein Löwe (JESUS CHRIST! IT'S A LION! GET IN THE CAR!) Brennholz tragen muß. Nicht nur eine A****-schwere Arbeit, aber vor allem ein Job für einen Esel, den der Löwe gegessen haben soll. Armer Löwe. Eigentlich sollte man ihn schon damit zum ersten heiligen Löwen ernennen.

Aber kommen wir zu Hieronymus zurück. Sobald wir in der Bibel lesen, können wir ihm dankbar sein, vor allem, wenn wir VOLL AWESOME SIND und sie auf Latein lesen. Denn die Vulgata haben wir diesem netten Herrn zu verdanken. Generell geizte er nicht mit schriftstellerischer Tätigkeit, hatte Briefwechsel mit Augustinus. Nebenbei verfaßte er polemische Schriften gegen den Pelagianismus (jedenfalls laut der Quelle, die ich verwende, falls er ein "satirischer Polemiker ist, muß ich diese hilariösen Schriften mal lesen).
Angeblich nahm er die Argumente der Gegner nicht ernst, womit er ein vorzügliches Vorbild für Internet-debatten über den Glauben ist. Denn auch hier ist es nicht sinnvoll, diese Diskussionen zu ernst zu nehmen.

Er war vor Benedikt schon ein eifriger Klostergründer, gründete Nonnen- und Mönchsklöster.

Heute können wir also mal zur Bibel greifen - ja, gerne auch zur deutschen, schließlich bauen die Übersetzungen zumindest zum Teil auf ihm auf - und diese Bibel lesen.

Eine weitere Lektion können wir vom Löwen lernen: Daß wir nämlich die Arbeit tun, zu der wir verdonnert werden. Ohne Murren und Knurren. Auch wenns eigentlich Arbeit für Esel ist.